Die Biologie des Kaninchens

 

Woher stammen eigentlich Kaninchen? Ihren Ursprung haben sie aus Südwesteuropa. Sie leben in Geselligkeit und leben in selbst gegrabenen Erdhöhlen. Als dämmerungs- und tagaktive Fluchttiere haben diese Tiere einen enormen Bewegungsdrang, der natürlich auch als Heimtier befriedigt werden muss. Sie flüchten durch plötzliches Durchstaren und dabei wilde Haken schlagen. Kaninchen werden mit ungefähr 4-5 Monaten geschlechtsreif und haben eine Trächtigkeitsdauer von ca. 33 Tagen. Die Jungen kommen blind und nackt zur Welt und erblicken das Licht nach ungefähr 10 Tagen. Ihre Lebenserwartung liegt bei 6-11 Jahren.

 

Der Verdauungstrakt

 

Als reine Pflanzenfresser haben Kaninchen einen hochsensiblen Darmtrakt, welcher auf die Verwertung von Rohfaser ausgerichtet ist. Ihre Magenwand ist nur schwach bemuskelt, weshalb es wichtig ist, dass ein Kaninchen stets fressen kann, damit der Weitertransport der Nahrung vom Magen in den Darm durch "Nachschieben" stattfinden kann. Anders als bei einem Enddarmfermentierer (z.B. dem Pferd) wird nicht ein Großteil der Überreste des Nahrungsbreis aus dem Dünndarm im Blind- und Grimmdarm vergärt, sondern die gröberen Ballaststoffe werden auf direktem Wege wieder ausgeschieden. Nur die gehaltvollen, feinen unverdaulichen Nahrungspartikel gelangen in den Blinddarm und werden dort mit Hilfe von Bakterien vergärt, wodurch nahrhafte Fettsäuren entstehen, die der Blinddarm absorbiert. Durch diese Gärung entsteht der sogenannte Blinddarmkot, der Eiweiße und Vitamine enthält, die von den Bakterien erzeugt wurden. Er ist weicher und von Schleim umgeben und wird direkt vom After gefressen. Er erlaubt auch dem Kaninchen Zwischenmahlzeiten zu sich zu nehmen, wenn Futterknappheit besteht. So kann es einen gefährlichen Verdauungsstillstand vorbeugen und es erhält Enzyme und Vitamine, die, im Gegensatz der Fettsäuren, der Blinddarm nicht aufnehmen kann.

 

Die Ernährung

 

Damit das Kaninchen genügend Rohfaser, bekommt muss immer gutes und staubfreies Heu zur freien Verfügung stehen (am besten das Heu auf den Boden legen, da Heuraufen, wenn diese oben offen sind, eine Verletzungsgefahr darstellen, wenn das Kaninchen versehentlich mal hineinhüpft). Dazu 1-3 Esslöffel pro Tier und Tag hochwertiges Fertigfutter und frisches Wasser. Hinzu wäre schön, wenn das Tier täglich auch etwas frisches Grünfutter und Gemüse bekommt, wie zum Beispiel eine Möhre.

Bei einem Kaninchen wachsen die Nagezähne ein Leben lang, drum muss dem Kaninchen die Möglichkeit geboten werden, diese abnutzen zu können. Heu hilft hierbei auch, doch sind Äste von z.B. Obstbäumen (bitte ungespritzte!) eine zusätzlich tolle Beschäftigung.

 

Fütterungsfehler

 

Nasses angegorenes Gras und Kohlblätter sollten nicht dem Kaninchen gereicht werden. Auch von stark zucker- und stärkehaltigem Fertigfutter ist abzuraten.Fütterungsfehler können zu tödlich verlaufenden Magen-Darm-Trakt-Störungen führen. Hierbei ist ein Symptom zu erwähnen: Die Trommelsucht, wobei sich Magen und einzelne Darmabschnitte aufblähen.