Die Biologie des Chinchillas

 

Eine eigenständige zoologische Familie bilden die Langschwanz- und die Kurzschwanz-Chinchillas in der Ordnung der Nagetiere. Sie leben in Gruppen und stammen aus den westlichen Teilen der Anden. Über 5000m Höhe! Die dort herrschende Kälte, Winde, Trockenheit und steinige Umgebung halten die Chinchillas aus. Auch die regelmäßig eintretende Nahrungsknappheit sind sie gewohnt. Robust sind sie, die kleinen Chinchillas. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und ihr Körperbau macht es möglich, dass sie Sprünge bis zu einem Meter Höhe schaffen. Ihr Fell ist so beschaffen, dass es in Büscheln senkrecht in der Haut verankert ist und beim Ergreifen der Tiere am Rücken werden diese Büschel reflexartig abgestoßen. Dies ist ein hervorragener Schutz gegen Greifvögel! Die Chinchillahaut hat keine Schweiß- und Talgdrüsen, welche sie vor Feuchtigkeit oder hohe Außentemperaturen schützen kann. Die Chinchillas haben eine schöne Lebenserwartung von 20 Jahren!

 

Der Verdauungstrakt

 

Chinchillas sind reine Pflanzenfresser und besitzen einen sehr langen Darm, der optimal die Nahrung ausnutzt.

Wie das Kaninchen ist auch der Chinchilla auf die Aufnahme des sogenannten Blinddarmkots angewiesen:

Anders als bei einem Enddarmfermentierer (z.B. dem Pferd) wird nicht ein Großteil der Überreste des Nahrungsbreis aus dem Dünndarm im Blind- und Grimmdarm vergärt, sondern die gröberen Ballaststoffe werden auf direktem Wege wieder ausgeschieden. Nur die gehaltvollen, feinen unverdaulichen Nahrungspartikel gelangen in den Blinddarm und werden dort mit Hilfe von Bakterien vergärt, wodurch nahrhafte Fettsäuren entstehen, die der Blinddarm absorbiert. Durch diese Gärung entsteht der sogenannte Blinddarmkot, der Eiweiße und Vitamine enthält, die von den Bakterien erzeugt wurden. Er unterscheidet sich farblich und in der Konsistenz vom normalen Kot.

 

Die Ernährung

 

Ihre natürliche Ernährung besteht aus trockenen Pflanzenteilen von Gräsern, Wurzeln und Knollen. Diese enthalten viel Rohfaser, aber wenig Fett und Protein. Da mit dieser Nahrung eine Abnutzung ihrer Schneide- und Backenzähne einhergeht, wachsen diese ein Leben lang nach. Damit der Chinchilla nagen kann, eignen sich frische ungespritzte Zweige von Laubbäumen (z.B. Weide) sehr gut. Wichtig zu wissen ist, das der Chinchilla energie- und vor allem zuckerarm ernährt werden muss, da ansonsten die Gefahr besteht, dass er an Diabetes erkrankt! Trockenes, qualitativ hochwertiges Heu muss stets zur Verfügung stehen und selbstverständlich auch frisches Wasser. Spezielles Chinchillafutter, wie z.B. die goldene Serie für Chinchillas, darf in kleinen Mengen angeboten werden ( ca. 2 Teelöffel pro Tag und Tier). Eine Futteränderung sollte stets langsam erfolgen.

 

Fütterungsfehler

 

Chincchillas sollten kein Futter bekommen, welches für andere Nagetiere oder Kaninchen ist. Sie vertragen es aufgrund der zu hohen Proteinen und zu hohem Zuckeranteil nicht. Frisches oder angewelktes Grünfutter löst oft und zum Teil tödlich verlaufenden Durchfällen aus. Auch Obst, frisches Gemüse oder altes Brot vertragen sie nicht. Eine feine Leckerei zwischendurch ist auch getrocknetes Gemüse oder Hagebutte geeignet.