Die Biologie


Südamerika ist die Heimat der tag- bis dämmerungsaktiven Nagetiere. Dort leben sie gesellig in ihren Erdbauten oder Felsspalten. Ihre Geschlechtsreife tritt schon früh ein: Männliche Tiere bereits mit ca. 30 Tagen (und/oder einem Gewicht von ca. 300g), die weiblichen mit 28 - 30 Tagen und ihre Tragzeit beträgt 59-72 Tage, wobei 2-5 Junge geboren werden. Die Jungen sind Nestflüchter und fressen schon in den ersten Tagen selbstständig, wobei sie allerdings von ihrer Mutter auch mehrere Wochen gesäugt werden. Meerschweinchen haben eine Lebenserwartung von 6-8 Jahren und sie kommunizieren untereinander mit vielen verschiedenen Lautäußerungen.


Die Verdauung


Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser und ihr Magen-Darm-Trakt ist auf die verwertung von Rohfaser ausgerichtet. Sie besitzen einen sogenannten Stopfmagen, der über den ganzen Tag hinweg viele kleine Portionen benötigt, damit der Weitertransport der Nahrung vom Magen in den Darm durch "Nachschieben" stattfinden kann. Anders als bei einem Enddarmfermentierer (z.B. dem Pferd) wird nicht ein Großteil der Überreste des Nahrungsbreis aus dem Dünndarm im Blind- und Grimmdarm vergärt, sondern die gröberen Ballaststoffe werden auf direktem Wege wieder ausgeschieden. Nur die gehaltvollen, feinen unverdaulichen Nahrungspartikel gelangen in den Blinddarm und werden dort mit Hilfe von Bakterien vergärt, wodurch nahrhafte Fettsäuren entstehen, die der Blinddarm absorbiert. Durch diese Gärung entsteht der sogenannte Blinddarmkot, der Eiweiße und Vitamine enthält, die von den Bakterien erzeugt wurden. Er ist weicher und von Schleim umgeben und wird gefressen, denn er enthält Enzyme und Vitamine, die, im Gegensatz der Fettsäuren, der Blinddarm nicht aufnehmen kann.


Die Ernährung


Frisches qualitativ hochwertiges Heu muss rund um die Uhr zur Verfügung stehen und natürlich auch stets frisches Wasser. Das Grundfutter Heu wird ergänzt mit Frischfutter, wie Kräuter (z.B. Wegerich, Löwenzahn) oder Gemüse (z.B.Fenchel, Möhren), Gras und Salate. Das Frischfutter ist auch wichtig, weil Meerschweinchen kein Vitamin C produzieren können und dies über die Nahrung aufnehmen müssen (in den Wintermonaten ist eine zusätzliche Gabe von Vitamin C, z.B. über Hagebutte, empfehlenswert). Obst auf Grund ihres Zucker und Säuregehaltes nur in kleinen Mengen. Zusätlich kann Nagerfutter, wie das vollwertige Futter für Nager und Kaninchen oder das exclusive Futter für Nager und Kaninchen, gereicht werden. Hierbei reichet 1 Esslöffel pro Tier und Tag.

Da auch ihre Zähne ständig nachwachsen, sollte die Meerschweinchen Äste von ungespritzten Obstbäumen, Weide oder auch Haselnuss zum Benagen angeboten werden. Dies vertreibt auch angehende Langeweile.


Fütterungsfehler


Angegorenes, nasses Gras und Nahrungsmittel mit einem viel zu hohen Stärke- und Zuckeranteil, sowie auch Kohlblätter und ein abrupter Futterwechsel können zu schlimmen bis sogar tödlich verlaufenden Magen-Darm-Trakt Störungen führen. Aus diesem Grund muss auch die Umstellung auf Freilandhaltung oder die Freilandsaison schrittweise erfolgen.